Gott unser Vater

Die Redeweise von »Gott unserem Vater« ist als Metapher durch den Wandel gesellschaftlicher Verhältnisse in ihrer Verständlichkeit gefährdet. Es gilt darum, die für das biblische Vaterbild entscheidenden Aspekte festzuhalten: 1. das Verdanken der Existenz (vgl. Deut. 32,6; Mal. 2,10) mit der Konsequenz der Verehrung (vgl. Mal. 1,6); 2. den Aspekt der Fürsorge mit der Konsequenz des Vertrauens (vgl. Matth. 6,7f. und 31–33; 7,7–11; Luk. 11,9–13); 3. den Aspekt des Erbarmens (vgl. Ps. 103,8–13; Luk. 15,11–32), das von den Kindern nachgeahmt und weitergegeben werden will (vgl. Matth. 5,44f.; Luk. 6,36). Es fällt auf, daß diese drei Aspekte heute eher der traditionellen Rolle der Mutter zugeschrieben werden; die biblische Vater-Metapher ist also keine Überhöhung traditioneller Männerrollen, sondern stellt diese eher in Frage.

Klaus Haacker, Der Brief des Paulus an die Römer, hg. von Jens Herzer und Udo Schnelle, 5. Auflage, Bd. 6, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament (Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2019), 32.

Christliche Blumen

Vielleicht gleicht ihr Blumen, die erst blühen, wenn es dunkel geworden ist – wie der nachts blühende Säulenkaktus oder die Nachtkerze. Jetzt ist eure Stunde gekommen. Nun, da der Abend bereits angebrochen ist, solltet ihr, meine lieben Freunde, blühen und die Luft mit dem angenehmen Duft eurer Liebe erfüllen! Wenn andere Blumen ihre Blütenblätter geschlossen haben, solltet ihr achtgeben, damit ihr euch dem Tau öffnet! In dieser dunklen Zeit solltet ihr hervorleuchten, ihr Sterne! Die Sonne ist untergegangen – sonst habt ihr euch vielleicht verborgen, doch jetzt wollen wir euch sehen!

C. H. Spurgeon, Prediger des 19. Jahrhunderts motivierend dazu, dass Christen aktiv werden sollen, wenn die Welt immer dunkler wird – er meinte mit ‚dunkler‘, dass immer mehr Menschen vom Glauben abgefallen sind

Gott sieht dich überall

7 Wohin soll ich gehn vor deinem Geist,
wohin vor deinem Antlitz entlaufen!
8 Ob ich den Himmel erklömme, du bist dort,
bettete ich mir das Gruftreich, da bist du.
9 Erhübe ich Flügel des Morgenrots,
nähme Wohnung am hintersten Meer,
10 dort auch griffe mich deine Hand,
deine Rechte faßte mich an.
11 Spräche ich: »Finsternis erhasche mich nur,
Nacht sei das Licht um mich her!«,
12 auch Finsternis finstert dir nicht,
Nacht leuchtet gleichwie der Tag,
gleich ist Verfinsterung, gleich Erleuchtung.

(Ps 139,7-12, Übersetzung Buber & Rosenzweig)

Bild: Bryan Goff

C.S. Lewis zu innerkonfessionellen Streitereien

Doch in diesem Buch habe ich nicht vor, irgendjemanden von meinem eigenen Standpunkt zu überzeugen. Seit ich Christ geworden bin, war ich stets der Meinung, dass der beste und vielleicht einzige Dienst, den ich meinen nichtgläubigen Mitmenschen erweisen kann, darin besteht, den Glauben, der fast allen Christen zu allen Zeiten gemeinsam war, zu erklären und zu verteidigen. Für diese Auffassung hatte ich mehr als einen Grund. Erstens geht es in den Fragen, in denen sich Christen voneinander unterscheiden, häufig um Feinheiten der Theologie oder gar der Kirchengeschichte, die den echten Fachleuten vorbehalten bleiben sollten. Ich hätte in solchen Gewässern den Boden unter den Füßen verloren und eher selbst der Hilfe bedurft, als dass ich anderen hätte weiterhelfen können.

Und zweitens müssen wir uns, glaube ich, eingestehen, dass die Diskussion dieser strittigen Punkte überhaupt nicht geeignet ist, einen Außenstehenden in den Schoß der christlichen Gemeinde zu bringen. Solange wir über diese Dinge schreiben und reden, werden wir andere eher davon abschrecken, sich überhaupt auf irgendeine christliche Gemeinschaft einzulassen, als dass wir sie in die unsere hineinziehen. Von dem. was uns trennt, sollte nur in Gegenwart derer die Rede sein, die bereits zu der Oberzeugung gekommen sind, dass es einen Gott gibt und dass Jesus Christus sein einziger Sohn ist.

C. S. Lewis im Vorwort von „Pardon, ich bin Christ“

Im Grunde hat er vor gut 70(!!) Jahren schon erkannt, was heute dank social media Realität geworden ist. Die harte und zuweilen auch herzlose Diskussion um Klein-Klein führt nicht dazu, dass sich Menschen für den Glauben interessieren, sie führt dazu, dass die Menschen sich abwenden. Vielleicht hat er es nicht nur erkannt, vielleicht war es zu seiner Zeit auch schon so gewesen. Dann wäre das alles kein neues Phänomen – nur ein konzentrierterer und, so sagen es uns die Sozialwissenschaftler in zig Untersuchungen, noch rücksichtsloser und unmenschlicher ausgefochtenes „Diskurs“.

Und das passiert nicht nur innerhalb der social medias. Das passiert auch im großen Stil in der Gesellschaft, so meine ich. Denn das, von dem wir glauben, es würde nur innerhalb unserer Wahrnehmungsblase geschehen, hat schon längst die „normale Welt“ erreicht. Nur wird es dort – noch – auf leicht andere Weise gespielt.

Erbarmen

„Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen, lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“

Lukas 15,20

Bei Dir ist Liebe, bei Dir allein.
Im Weltgetriebe ist sie nur Schein.
Wer Dich gefunden, Herr Jesu Christ,
der hat empfunden, was Liebe ist.

Bei Dir ist Erbarmen, bei Dir allein.
Du willst uns Armen ein Heiland sein.
Die schwachen Sünder verschmähst Du nicht,
rufst sie als Kinder zum ew’gen Licht.

Bei Dir ist Gnade, bei Dir allein.
Wer sich dir nahte in Sündenpein,
wer nachgeschrien nach Deiner Huld,
dem wird verziehen die ganze Schuld.

Bei Dir ist Stärke, bei Dir allein.
Denn unsre Werke sind arm und klein.
Ein nichtig Ringen, wo Du nicht bist.
Auch kein Gelingen, noch Siegen ist.

Bei Dir ist Freude, bei Dir allein.
Im tiefsten Leiden muß fröhlich sein,
wer Dich im Herzen sein Eigen nennt,
und in den Schmerzen Dein Lieben kennt.

Bei Dir ist Friede, bei Dir allein.
Wer Dich gemieden hat Angst und Pein;
doch wer errettet ist durch Dein Blut,
ruht wohlgebettet in Deiner Hut!

Bild: Christina Rivers

Frühe christliche und jüdische Literatur

Frühe christliche und jüdische Literatur ist zwar in der Regel kostenfrei verfügbar, aber die Quellen sind im weltweiten Netz sehr gut verstreut.

Heute für euch ein paar Links – wenn ihr weitere Links haben solltest, wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar!

Early Christian Writings (frühe christliche Schriften)

Early jewish writings (frühe jüdische Schriften)

Documenta Catholica Omnia (Dokumente der katholischen Kirche, vor allem Latein, aber auch andere Sprachen wie griechisch, italienisch und englisch)

Digitales Archiv zur apostolischen Geschichte

Dokumente zur Geschichte der katholisch-apostolischen Gemeinden

Bild: Sergi Ferrete

Volxbibel

Die Volxbibel (grauenhafte Homepage btw) ist eine Bibel, die mit einer „jugendlichen Sprache“ ein entsprechendes Publikum erreichen möchte. Teilweise wirklich ganz nett zu lesen, manchmal geht es in meinen Augen etwas zu weit. Aber schaut es euch mal selbst an, ist wirklich ganz interessant.

Hier mal ein Textvergleich: Volxbibel vs Menge.

Psalm 57

VolxbibelMenge
Dem Chef von der Band. Nach der Melodie: „Verdirb nicht!“ Von David. Als er vor Saul in die Höhle floh. Aber keine Angst, er stirbt nicht.Des Chormeisters, »Verderbe nimmer«, von Dawid, ein Sühngedicht, – da er vor Schaul auf der Flucht war in der Höhle.
Sei nett zu mir, Gott, sei mir gnädig, mein Innerstes versteckt sich bei dir auf ewig. Im Schatten deiner Flügel berge ich mich nie vergeblich, so lange, bis die Gefahr endlich aus dem Weg ist.Leihe Gunst mir, Gott, leihe mir Gunst, denn an dir birgt sich meine Seele. Ich berge mich im Schatten deiner Flügel, bis vorüberzog das Verhängnis.
Ich glaub dir, Gott, dass du meine Dinge gut für mich zu Ende bringst.Ich rufe zu Gott dem Höchsten, dem Gottherrn, ders vollführt über mich.
Rette mich vor meinem Feind, bis er händeringend zu Boden sinkt. Rette mich vor den Feinden, wie wilde Tiere wollen sie mich beißen,Er wird vom Himmel senden und mich befrein, mag auch höhnen, der nach mir schnappt. / Empor! / Senden wird Gott seine Huld und seine Treue.
mich mit ihren Waffen reißen, mit ihrem Gerede zerfleischen.Meine Seele ist inmitten von Löwen, liegen muß ich bei Sengenden, Menschenkinder sinds, deren Zähne sind Speer und Pfeile, deren Zunge ein scharfes Schwert.
Erhebe dich über den Himmel, zeig allen, wie gigantisch du bist. Wenn du auf mich aufpasst, weiß ich, heute sterbe ich nicht!Schwinge dich über den Himmel, Gott, über alles Erdreich deine Ehre!
Sie haben mir Fallen gestellt und mir so die linke Seite der Welt gezeigt. Aber wer andern eine Grube gräbt, fällt selber hinein.Sie hatten ein Netz für meine Tritte befestigt, er bog mir die Seele zurück, sie hatten vor mir eine Grube gebohrt, nun fielen sie mitten hinein. / Empor! /
Und deshalb hab ich keine Angst, diese Zeit hat mich hart gemacht.Fest ist mein Herz, Gott, fest ist mein Herz, singen will ich, harfen will ich.
Ich will Musik machen und rappen so lange, bis der Tag erwacht.Ermuntre dich, meine Ehre, ermuntre dich, du Laute und Leier, ermuntern will ich das Morgenrot.
Und ich hör nicht auf, bis diese Story die ganze Welt erfährt. Ich weiß, manche sagen, heute gibt es keine Helden mehr,Unter den Völkern will ich dir danken, mein Herr, unter den Nationen dir harfen,
aber Gott, du bist mein Held, und ich weiß, mit dir werd ich alt.denn bis an den Himmel groß ist deine Huld, bis an die Lüfte deine Treue.
Erhebe dich über den Himmel und zeig allen deine heftige Art.Schwinge dich über Himmel, Gott, über alles Erdreich deine Ehre!
Textvergleich Volxbibel und Menge

Kinder :)

Ann Landers (US-Kolumnistin) hat mal ein wenig in ihren Leserbriefen gewühlt:

  • Noahs Frau hieß Jeanne d’Arc.
  • Lots Frau war eine Salzsäule bei Tag und eine Feuersäule bei Nacht.
  • Mose stieg auf den Berg Zyanid, um dort die Zehn Gebote in Emp­fang zu nehmen.
  • Die Menschen, die Jesus nachfolgten, nannte man die zwölf Jungen.
  • Die Episteln sind die Frauen der Apostel.
  • David kämpfte gegen die Philipper, ein Volk, das zur Zeit der Bibel lebte.
  • Ein Christ sollte nur eine einzige Frau haben. Das nennt man Mono­tonie.

(teilweise aus Josh McDowell, Bob Hostetler, Jeden Tag mit Dir beginnen)

Bild: Ben White

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