Aber wohin? – Ich bin der Weg!

Dann sagte Jesus zu allen: »Erschreckt nicht, habt keine Angst! Vertraut auf Gott und vertraut auch auf mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereitzumachen. Sonst hätte ich euch doch nicht mit der Ankündigung beunruhigt, dass ich weggehe.Und wenn ich gegangen bin und euch den Platz bereitet habe, dann werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. Den Weg zu dem Ort, an den ich gehe, den kennt ihr ja.« Thomas sagte zu ihm: »Herr, wir wissen nicht einmal, wohin du gehst! Wie sollen wir dann den Weg dorthin kennen?« Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.

Joh 14,1-6

Liebe Gottes

Wer die Liebe in Christus hat, der soll die Gebote Christi erfüllen. 2 Wer kann das Band der Liebe Gottes erklären? 3 Wer reicht aus, um die Größe ihrer Schönheit zu beschreiben? 4 Die Höhe, zu der uns die Liebe erhebt, lässt sich nicht ausdrücken. 5 Die Liebe verbindet uns mit Gott. „Die Liebe deckt eine Vielzahl von Sünden. Die Liebe erträgt alles, ist langmütig in allen Dingen. In der Liebe gibt es nichts Niederes, nichts Hochmütiges; die Liebe lässt keine Spaltung zu, die Liebe stiftet keinen Aufruhr, die Liebe tut alles in Eintracht. In der Liebe wurden alle Auserwählten Gottes vollkommen gemacht. Ohne Liebe ist nichts, was Gott wohlgefällig ist. 6 In Liebe hat uns der Meister empfangen; um der Liebe willen, die er zu uns hat, hat Jesus Christus, unser Herr, sein Blut nach dem Willen Gottes für uns gegeben und sein Fleisch für unser Fleisch und seine Seele für unsere Seelen.“

Papst Clemens I. u. a., Die Apostolischen Väter, hg. von Kirsopp Lake, Bd. 1, The Loeb Classical Library (Cambridge MA; London: Harvard University Press, 1912-1913), 93-95.

Der Friede Gottes

und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.

Philipper 4,7

Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam.

Johannes 14,27

Wie ein Strom von oben
aus der Herrlichkeit
fließt der Friede Gottes
durch das Land der Zeit.
Tiefer, reicher, klarer
strömt er Tag und Nacht
mit unwiderstehlich
wunderbarer Macht.

Frances Ridley Havergal

Dieser Friede bewacht das Herz und das Gedankenleben. Welch ein notwendiger Grundton ist er in unserer Zeit der Neurosen, der Nervenzusammenbrüche, der Beruhigungsmittel und der seelischen Not.

William MacDonald, Kommentar zum Neuen Testament, übers. von Christiane Eichler, 7. Auflage (Bielefeld: Christliche Literatur-Verbreitung, 2018), 979

Verstehen, nicht nur lesen

Bei jedem, der das Wort vom Reich (Gottes) hört und es nicht versteht, da kommt der Böse und reißt das aus, was in sein Herz gesät ist; bei diesem ist der Same auf den Weg längshin (oder: daneben) gefallen.

Mt 13,19

Sie hören nichts als ein Wort, eine Lehre, eine Theorie. Darum geben sie auch das Wort gern her. Warum sollten sie es auch dann festhalten, wenn eine andere Stimme zu ihnen spricht, die sich mit Ernst und Macht darum bemüht, Gottes Werk zu hindern? Ein Wort ohne Inhalt, eine Meinung ohne Grund, eine Lehre ohne Gegenstand wird mit leichtem Herzen preisgegeben.

Adolf Schlatter, Andachten, 1925

Ich glaube, dass es deshalb so wichtig ist, dass wir uns darum bemühen, wirklich zu verstehen und täglich damit ringen, das Verstandene auch umzusetzen: Erst die Umsetzung/das Leben macht den Text wirklich lebendig und die Saat geht auf.

Einer geht noch…

Mal was zum Thema „übermäßigem Genuss“ 😉

Wehe denen, die Helden im Weintrinken sind und tüchtige Männer im Mischen berauschenden Getränks

Menge, Jes 5,22

Joma 76b: Warum nennt man den Wein יַיִן (Wein) u. תִּירוֹשׁ (Most)? יין heißt er, weil er Jammer (Wehklage יְלָלָה) in die Welt bringt (hierbei wird יין abgeleitet von ינה = אנה „klagen“); תירוש heißt er, weil jeder, der in Leidenschaft zu ihm entbrennt, verarmt נַעֲשָׂה רָשׁ.

Hermann L. Strack und Paul Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch (München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung Oskar Beck, 1922–1926), 609

Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist

Elb, Eph 5,18

In diesem Sinne, gönnt euch – aber im Rahmen 😀

Vergebung

Wie oft habe ich in meinem pastoralen Dienst gehört: „Vater, ich habe viele Sünden“, und wie oft habe ich immer geantwortet: „Hab keine Angst, geh zu ihm; er wartet auf dich, er wird sich um alles kümmern.“

Papst Franziskus, Ein Jahr mit Papst Franziskus: Daily Reflections from His Writings, hg. von Alberto Rossa (New York; Mahwah, NJ; Toronto, ON: Paulist Press; Novalis, 2013), 212

Dazu aus „Andachten“ von Adolf Schlatter, 1925:

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist.
(Psalm 32,1)

Schuld, die nicht vergeben ist, ist Pein und fressendes Gift. Alles wird durch sie zerstört. Ich kann nicht glauben, wenn die unvergebene Schuld auf mir liegt. Ich kann nicht beten; denn sie steht zwischen mir und Gott. Ich kann nicht lieben; denn die Schuld sperrt mich in mich selbst hinein und zwingt mich zur Betrachtung meiner eigenen Not. Ich kann nicht arbeiten; wie sollte ich fähig sein, etwas Gutes zu wirken, während ich Sünder bin? Das ganze Leben stockt. Alles wird welk, kalt und zerdrückt unter der Last der unvergebenen Schuld. Darum sage ich mit dem Psalmisten: Wohl dem Menschen, dem die Sünde vergeben ist. Das ist die Hilfe, die alles erneuert, was in mir ist. Wie vergibt mir Gott? Er allein vergibt; ich kann nicht selber mir vergeben und kein Mensch hat dazu die Macht. Allein ich muss nicht fragen und kann nicht zweifeln, wo wir Menschen allzumal die Vergebung finden. Dazu ist Jesus gekommen und dazu ist Er gestorben und dazu auferstanden, damit ich dasjenige Wort Gottes empfange, das zu mir spricht: deine Sünden sind dir vergeben. Er hat alles getan, damit ich dieses Wort glauben kann. Darum stellte Er sich unter Gottes Gericht und trug sein Kreuz, darum vollendete Er seine Gemeinschaft mit uns bis in den Tod, darum gab Er uns auch sein letztes, sein Blut, damit ich weiß: Mein Sündigen hat ihn nicht von mir getrennt. Darum macht er auch seine Gnade in unserem Inneren mächtig und gibt es mir, dass ich an Ihn denke und Ihn nicht vergesse, an Ihn glaube und mich zu Ihm halte und Sein Werk; dann habe ich Lust und Recht, mit dem Psalmisten zu sagen: Wohl dem, dem die Sünde vergeben ist.

An Dir allein, heiliger Gott, habe ich gesündigt. Darum bist Du allein der, Der mir verzeiht, und Du hast uns dadurch vergeben, dass Du Deinen Sohn zu uns gesandt und uns zu Ihm berufen hast. Amen.

Einer trage des anderen Last

Auch wenn Sie – wie jeder Christ – unvollkommen sind, haben Sie doch die Absicht, eine Umgebung zu schaffen, die dem geistlichen Fortschritt eines jeden Mitglieds der Gemeinschaft förderlich ist. Wie kann dieses Ergebnis erreicht werden, wenn Sie nicht im Herrn Ihre Beziehungen, selbst die gewöhnlichsten, zu jedem Ihrer Brüder vertiefen? Vergessen wir nicht, dass die Nächstenliebe gleichsam eine aktive Hoffnung auf das sein muss, was andere mit Hilfe unserer brüderlichen Unterstützung werden können. Das Zeichen ihrer Echtheit findet sich in einer freudigen Einfachheit, bei der alle danach streben zu verstehen, was jeder im Herzen hat. Wenn manche Ordensleute den Eindruck erwecken, sich von ihrem Gemeinschaftsleben erdrücken zu lassen, das sie stattdessen hätte wachsen und sich entwickeln lassen sollen, geschieht das vielleicht, weil diesem Gemeinschaftsleben jene verständnisvolle Herzlichkeit fehlt, die die Hoffnung nährt? Zweifellos sind der Gemeinschaftsgeist, die Beziehungen der Freundschaft und der brüderlichen Zusammenarbeit im gleichen Apostolat sowie die gegenseitige Unterstützung in einem gemeinsamen Leben, das für einen besseren Dienst an Christus gewählt wurde, so viele wertvolle Faktoren für diesen täglichen Fortschritt.

Vatikanisches Konzil II: Die konziliaren und nachkonziliaren Dokumente, elektronische Ausgabe der neuen revidierten Ausgabe, Band 1, Vatican Collection (Northport NY: Costello Publishing, 1992), 698.

Für unsere Feinde beten

Eine interessante Sichtweise zur „unsere Feinde segnen“:

Betrachte ein praktisches Problem, mit dem die meisten von uns irgendwann einmal konfrontiert werden: für unsere Feinde zu beten, für diejenigen, die uns hassen. Wie schwer das auch sein mag – und für diejenigen zu beten, die es auf uns abgesehen haben, ist nie einfach – wir erheben sie zu Gott, wenn wir beten, und wir beginnen, unsere Feinde in Verbindung mit Gott zu sehen. Weil wir durch den Sohn zum Vater beten, sehen wir unseren Feind mit den Augen Christi, was bedeutet, dass wir ihn mit dem liebenden, vergebenden und barmherzigen Blick Christi betrachten.

Du kannst nicht beharrlich jemanden mit dem Blick Christi betrachten, ohne ihn lieben zu lernen, weil Jesus ihn liebt. Wir neigen dazu, uns an unseren Ressentiments zu erfreuen, deshalb kann das lange dauern; aber schließlich werden wir dazu kommen, solche Menschen zu sehen, nicht als unsere Feinde, sondern als Personen, die von unserem Gott geliebt, geschätzt und zum Heil berufen sind. Unsere Gefühle ihnen gegenüber werden sich ändern. Es kann sein, dass ihnen nichts passiert – sie können immer noch etwas für uns übrig haben! Aber mit uns wird viel passieren. Wir werden ihnen ihre Sünden nicht vorhalten und wir werden aufhören, ihnen gegenüber nachtragend zu sein. Deshalb lehrt uns Jesus, unsere Verfolger zu segnen. Es ist weniger um ihretwillen als um unseren eigenen Willen.

Michael Keiser, A Beginner’s Guide to Prayer: The Orthodox Way to Draw Closer to God (Chesterton, IN: Ancient Faith Publishing, 2003), 36-37

Manasse errettet

„Als er [Manasse] nun in der Not war, flehte er den Herrn, seinen Gott, an und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter. Und da er zu ihm betete, ließ sich Gott von ihm erbitten.“
2. Chronika 33,12-13

Was? Manasse errettet? Manasse, dieser Bluthund, ist er durch Er­neuerung des Sinnes in ein Lamm der Herde Gottes verwandelt worden? Er, der blutbefleckte Verfolger, ist er ein Bekenner des Glaubens geworden, den er einst ausrotten wollte?

Mit Recht sagt Bischof Hall: „Wer kann sich beklagen, daß ihm der Weg zum Himmel versperrt sei, wenn er einen solchen Sünder eingehen sieht? Klage dich des Schlimmsten an, du geängstigte See­ le! Hier ist einer, der Menschen ermordete, Gott trotzte und den Teufel anbetete. Dennoch findet er den Weg zur Buße.“

Ich kannte eine alte Dame, die nicht mit der Eisenbahn fahren wollte, weil sie glaubte, daß sich einige Brücken in schlechtem Zu­ stand befänden. Sie fürchtete, diese Brücken würden unter ihrem Gewicht zusammenbrechen, obwohl Tausende von Tonnen jeden Tag hinübergefahren wurden. Jeder lächelt über solch eine Torheit.

Nun seht diesen ungeheuren Zug an, der die Brücke passierte. Seht Manasse, beladen mit schweren Verbrechen, und achtet auf die Brücke, ob sie unter den Lasten von Sünden, die über sie hinwegrol­len, schwankt. Ach nein, sie trägt sie ohne Schwanken; und sie würde das Gewicht aller Sünden tragen, die je von Menschen begangen wurden. „Daher kann er [Jesus] auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen.“

Spreche ich zu einer Schwester, die in einer unbewachten Stunde den Pfad der Treue verließ und seitdem den Weg der Schande gegangen ist? Ich bitte dich, nimm diese Botschaft an: Die größte Sünde, die äußerste Schuld, die unglaublichste Missetat, die schändlich­sten Übertretungen können vergeben werden. Der Erlöser lebt, das Opfer ist vollbracht. Wende dich von ganzem Herzen zum Herrn, bekenne deine Sünden, gib dein Ich auf! Traue auf die unendliche Gnade Gottes in Christus Jesus, seinem Sohn!

„Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Ge­danken und kehre um zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott; denn er vergibt viel.“

(C.H. Spurgeon, Auf Dein Wort, S. 206)

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