Für unsere Feinde beten

Eine interessante Sichtweise zur „unsere Feinde segnen“:

Betrachte ein praktisches Problem, mit dem die meisten von uns irgendwann einmal konfrontiert werden: für unsere Feinde zu beten, für diejenigen, die uns hassen. Wie schwer das auch sein mag – und für diejenigen zu beten, die es auf uns abgesehen haben, ist nie einfach – wir erheben sie zu Gott, wenn wir beten, und wir beginnen, unsere Feinde in Verbindung mit Gott zu sehen. Weil wir durch den Sohn zum Vater beten, sehen wir unseren Feind mit den Augen Christi, was bedeutet, dass wir ihn mit dem liebenden, vergebenden und barmherzigen Blick Christi betrachten.

Du kannst nicht beharrlich jemanden mit dem Blick Christi betrachten, ohne ihn lieben zu lernen, weil Jesus ihn liebt. Wir neigen dazu, uns an unseren Ressentiments zu erfreuen, deshalb kann das lange dauern; aber schließlich werden wir dazu kommen, solche Menschen zu sehen, nicht als unsere Feinde, sondern als Personen, die von unserem Gott geliebt, geschätzt und zum Heil berufen sind. Unsere Gefühle ihnen gegenüber werden sich ändern. Es kann sein, dass ihnen nichts passiert – sie können immer noch etwas für uns übrig haben! Aber mit uns wird viel passieren. Wir werden ihnen ihre Sünden nicht vorhalten und wir werden aufhören, ihnen gegenüber nachtragend zu sein. Deshalb lehrt uns Jesus, unsere Verfolger zu segnen. Es ist weniger um ihretwillen als um unseren eigenen Willen.

Michael Keiser, A Beginner’s Guide to Prayer: The Orthodox Way to Draw Closer to God (Chesterton, IN: Ancient Faith Publishing, 2003), 36-37

Manasse errettet

„Als er [Manasse] nun in der Not war, flehte er den Herrn, seinen Gott, an und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter. Und da er zu ihm betete, ließ sich Gott von ihm erbitten.“
2. Chronika 33,12-13

Was? Manasse errettet? Manasse, dieser Bluthund, ist er durch Er­neuerung des Sinnes in ein Lamm der Herde Gottes verwandelt worden? Er, der blutbefleckte Verfolger, ist er ein Bekenner des Glaubens geworden, den er einst ausrotten wollte?

Mit Recht sagt Bischof Hall: „Wer kann sich beklagen, daß ihm der Weg zum Himmel versperrt sei, wenn er einen solchen Sünder eingehen sieht? Klage dich des Schlimmsten an, du geängstigte See­ le! Hier ist einer, der Menschen ermordete, Gott trotzte und den Teufel anbetete. Dennoch findet er den Weg zur Buße.“

Ich kannte eine alte Dame, die nicht mit der Eisenbahn fahren wollte, weil sie glaubte, daß sich einige Brücken in schlechtem Zu­ stand befänden. Sie fürchtete, diese Brücken würden unter ihrem Gewicht zusammenbrechen, obwohl Tausende von Tonnen jeden Tag hinübergefahren wurden. Jeder lächelt über solch eine Torheit.

Nun seht diesen ungeheuren Zug an, der die Brücke passierte. Seht Manasse, beladen mit schweren Verbrechen, und achtet auf die Brücke, ob sie unter den Lasten von Sünden, die über sie hinwegrol­len, schwankt. Ach nein, sie trägt sie ohne Schwanken; und sie würde das Gewicht aller Sünden tragen, die je von Menschen begangen wurden. „Daher kann er [Jesus] auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen.“

Spreche ich zu einer Schwester, die in einer unbewachten Stunde den Pfad der Treue verließ und seitdem den Weg der Schande gegangen ist? Ich bitte dich, nimm diese Botschaft an: Die größte Sünde, die äußerste Schuld, die unglaublichste Missetat, die schändlich­sten Übertretungen können vergeben werden. Der Erlöser lebt, das Opfer ist vollbracht. Wende dich von ganzem Herzen zum Herrn, bekenne deine Sünden, gib dein Ich auf! Traue auf die unendliche Gnade Gottes in Christus Jesus, seinem Sohn!

„Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Ge­danken und kehre um zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott; denn er vergibt viel.“

(C.H. Spurgeon, Auf Dein Wort, S. 206)

Die „Waffenrüstung“ Gottes

Dazu eine Übersetzung aus „Stormie Omartian, The 7-day prayer warrior experience“:

Der Grund, warum wir die ganze Waffenrüstung Gottes anziehen müssen, ist, um dem Bösen zu widerstehen. Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen eine geistige Hierarchie unsichtbarer Macht.

Um die Waffenrüstung Gottes anzulegen, müssen wir zuerst erkennen, was die Waffenrüstung ist. Paulus sprach darüber, wie man die Mächte des Bösen erkennt und bekämpft, wobei er die römischen Soldaten als Vorbild nahm. Sie waren bei weitem die mächtigste Armee jener Zeit, und er setzt die Rüstungsteile, die sie hatten, mit dem in Beziehung, was Gott uns im geistigen Bereich gegeben hat. Er sagte Folgendes:

  • So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit,
  • und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit,
  • und die Füße gestiefelt mit Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens.
  • Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt,
  • und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geist, welches das Wort Gottes ist,
  • indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist,
  • und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen. (Epheser 6,14-18).

Der Teufel steckt überall?

„Viele Christen sind auf subtile Weise auf das Böse fixiert, und am Ende schreiben sie jedes Problem im Leben dem Teufel zu. Diese Menschen sind davon überzeugt, dass sie ständig angegriffen werden. Sie fühlen sich wie General Custer am Little Big Horn, wenn alle Indianer der Welt auf ihn zukommen. Wenn Sie sich so fühlen, hat der Satan gepunktet. Man kann so sehr damit beschäftigt sein, Angriffe abzuwehren, dass man nie etwas Positives zustande bringt. Sie müssen einen Sinn für Unterscheidungsvermögen und Augenmaß haben.“

Aus einem Buch, das ich gerade lese. In dem Buch geht es um das Gebet und welche Bedeutung es für die Beziehung zu Gott hat.

Der Autor findet manchmal klare und eindrücklich Worte, finde ich. Gleichzeitig aber ermutigt er auch – denn direkt nach dem obigen Text zitiert er Johannes 14,23 mit den einleitenden Worten „Aber erinnert euch daran, wir sind mit all dem nicht alleine. Jesus hat uns gelehrt:“

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
(Joh 14,23)

Bild: Marc Szeglat

Auf Details achten

Der Teufel ist nicht dumm. Er weiß, dass es einfacher ist, uns mit vielen kleinen, frustrierenden Schwierigkeiten, die sich zu einem großen Problem summieren können, aus dem Konzept zu bringen. Um uns selbst zu schützen, müssen wir also auf die Details achten.

Michael Keiser, A Beginner’s Guide to Prayer

8 Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann;
(1. Petrus 5,8)

Bild: Marek Piwnicki

Christliches Wachstum messbar?

Jesus sagte: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt“
(Johannes 15:7, 8).

„Unser christliches Wachstum kann gemessen werden, so wie man die Qualität eines Weinstocks an den Früchten messen würde, die er trägt. Unsere Trauben sind unsere Gedanken und Handlungen. Sind sie wie die Gedanken und Handlungen Christi? Werden wir mehr wie Christus? Je christusähnlicher wir im Handeln werden, desto mehr Frucht werden wir tragen.“
(Michael Keiser, A Beginner’s Guide to Prayer: The Orthodox Way to Draw Closer to God (Chesterton, IN: Ancient Faith Publishing, 2003), 8)

Ich finde diesen Gedanken sehr sinnvoll.

Es geht ja gar nicht darum, dass man sich da etwas erarbeitet oder sich eine Belohnung verdient – sondern darum, dass mit einem selbst eine Verwandlung stattfindet, wenn man, darum geht es in dem Buch, regelmäßig mit Gott persönlich und innerhalb der Gemeinde ins Gebet geht. Man dadurch Christus näher kommt.

Und selbstverständlich sieht man das dann auch außen, ist diese Verwandlung dann auch messbar. Selbst wenn die Verwandlung in einem passiert – sie wird irgendwann nach außen durchbrechen.

Bild: Peter Keller

Demut

Was hilft es dir, wenn du über die Dreieinigkeit hochgelehrt zu streiten verstehst, wenn dir aber dabei die Demuth fehlt, ohne die du der Dreieinigkeit nicht gefallen kannst?

Wahrhaftig! hochgelehrte Worte machen den Menschen weder heilig noch gerecht; aber ein christliches Leben macht uns Gott angenehm.

Trachte du, die Reue und Zerknirschung des Herzens viel mehr zu empfinden, als sie schulgerecht erklären zu können.

Hättest du die ganze Bibel, und alle Sprüche der Philosophen im Kopfe, aber dabei keine Liebe und Gnade Gottes in deinem Herzen, was würde dir all jenes helfen?

O Eitelkeit der Eitelkeiten — alles ist Eitelkeit, außer Gott lieben und ihm allein dienen.

Das ist die höchste Weisheit: die Welt verschmähen, und nach dem Himmelreiche trachten.

Thomas a Kempis, Die Nachfolge Christi, hg. von W. Ebert, Siebzehnte Auflage (Hannover: Gustav Nebel, 1905), 1–2

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