Vergebung

»Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr.« (Kolosser 3,13)

»Herr, wir brauchen Mut und Liebe von dir, um anderen zu vergeben. Hilf uns, allen Groll loszulassen, den wir vielleicht noch in uns tragen.«

Warum ist es richtig, anderen zu vergeben? Gibt es jemanden, dem du vergeben müsstest? Wenn ja, warum tust du es nicht sofort? Gibt es jemanden, den du um Vergebung bitten solltest? Wenn ja, warum tust du es nicht jetzt?

Text: aus Josh McDowell & Bob Hostetler, Jeden Tag mit Dir beginnen, CLV, 2017
Bild: Alex Radelich, Salvation Mountain

Ein orthodoxes Abendgebet von St. Makarios dem Ägypter

Oh ewiger Gott und König der ganzen Schöpfung, der mir gewährt hat, diese Stunde zu erreichen: vergib mir die Sünden, die ich an diesem Tag in Tat, Wort und Gedanken begangen habe. Reinige, o Herr, meine demütige Seele von jeder Verunreinigung von Fleisch und Geist. Gewähre mir, Herr, dass ich diese Nacht in Frieden durchleben darf. Wenn ich mich aus meinem bescheidenen Bett erhebe, möge ich Deinem heiligsten Namen alle Tage meines Lebens gefallen und die physischen und körperlosen Feinde, die Krieg gegen mich führen, mit Füßen treten. Befreie mich, Herr, von eitlen Gedanken, die mich verunreinigen, und von bösen Begierden. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und in Ewigkeit und bis in alle Ewigkeit. Amen.

St. Makarios dem Ägypter (auch genannt „der Große“, ca. 300 bis 390 n.Chr.), aus St. Das Tichon-Seminar. (1982). Orthodoxe tägliche Gebete (S. 70–71). St. Tichons Priesterseminar Presse, übersetzt aus dem Englischen

Gebet, an unseren Herrn Jesus Christus von St. Antiochus

Allmächtiges Wort des Vaters, Jesus Christus, der vollkommen ist: Lass mich, Dein Diener, um Deiner großen Barmherzigkeit willen niemals im Stich, sondern bleibe immer in mir. O Jesus, Guter Hirt Deiner Schafe, liefere mich nicht der Rebellion der Schlange aus! Überlasst mich nicht dem Willen Satans, denn die Saat der Korruption ist in mir! Stattdessen bewahre mich, oh Herr, der angebetete Gott, Heiliger König Jesus Christus, während ich schlafe, bei Deinem unerschütterlichen Licht, Deinem Heiligen Geist, durch den Du Deine Jünger geheiligt hast. Oh Herr, gewähre mir, Deinem unwürdigen Diener, das Heil auf meinem Bett. Erleuchte meinen Geist mit dem Licht des Verständnisses Deines Heiligen Evangeliums; meine Seele mit der Liebe Deines Kreuzes; mein Herz mit der Reinheit Deines Wortes; meinen Körper mit Deiner leidenschaftslosen Leidenschaft. Bewahre meine Gedanken mit Deiner Demut und erhebe mich zur rechten Zeit, um Dich zu verherrlichen. Denn Du bist am meisten verherrlicht, mit Deinem ungeborenen Vater und Deinem Heiligsten Geist in Ewigkeit. Amen.

Antiochus von Sulci, ca. 2. Jh. n. Chr., aus St. Das Tichon-Seminar. (1982). Orthodoxe tägliche Gebete (S. 71–72). St. Tichons Priesterseminar Presse, übersetzt aus dem Englischen

Nun sich das Herz von allem löste

Nun sich das Herz von allem löste,
was es an Glück und Gut umschließt,
komm, Tröster, Heil’ger Geist, und tröste,
der du aus Gottes Händen fließt.

Nun sich das Herz in alles findet,
was ihm an Schwerem auferlegt,
komm, Heiland, der uns mild verbindet,
die Wunden heilt, uns trägt und pflegt.

Nun sich das Herz zu dir erhoben
und nur von dir gehalten weiß,
bleib bei uns, Vater. Und zum Loben
wird unser Klagen. Dir sei Preis!

(Jochen Klepper. (1941). Lieder.)

Umkehr

Unser Vater, schenke uns
in Gnaden die Erkenntnis über dich,
aus deinem Gesetz die Einsicht und die Klugheit!
Gepriesen seist du, Herr,
der du in Gnaden die Erkenntnis schenkst!

Herr, bring uns zu dir zurück!
Wir wollen umkehren.
Erneuere unsere Tage wie zuvor!
Gepriesen seist du, Herr,
der du die Umkehr liebst!

Text: Paul Rießler. (1928). Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel (S. 8 – Achtzehngebet, Bitte 4 und 5). Filser
Bild: Umarmung (Herzamwerk, Lenna Heide)

Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung

Ein Student schrieb über die Wirkung des Heiligen Geistes in seinem Leben:„Eines der ersten Dinge, die sich änderten, war mein Gebetsleben. Es wurde eine für mich völlig neue Sache. Ich fing an, Gott mehr und mehr zu loben und zu danken. Mein Gebet veränderte sich von bloßer Wiederholung in zunehmendes Lob, in Bitte und Bekenntnis…Viele weitere Dinge wurden anders. Ich hatte ein starkes Verlangen die Bibel zu lesen. Wenn ich die Bibel las, wurde sie lebendig und sprach zu mir. Außerdem wurde ich befähigt, mit einer bis dahin unbekannten Vollmacht Zeugnis zu geben. Ich durfte sehen, dass das, was ich Menschen über Jesus Christus sagte, Frucht brachte. Der Gottesdienst in unserer Gemeinde gewann für mich eine neue Bedeutung. Meine ganze Einstellung zur Gemeinde veränderte sich, aus Verbitterung wurde liebende Fürsorge. Aber eine Sache war der wirkliche Unterschied.Dieser Unterschied war Liebe. Zum ersten Mal im Leben begriff ich, was die Liebe Christi bedeutete und mir fiel ein Stein vom Herzen. Eine zentnerschwere Last von Schuld und Sünde, mit der ich lange Zeit gekämpft hatte, wurde von meinen Schultern gehoben.Durch die Kraft des Heiligen Geistes konnte ich den Sieg des Kreuzes sehen und in Anspruch nehmen. Endlich wusste ich, was Freiheit bedeutet. Ich wurde und bin frei von der Bürde der Schuld und Sünde, die mein Leben so sehr geprägt hatte. Mein Leben wurde durch den Heiligen Geist in mir verändert – von dem Bemühen, die Zehn Gebote zu befolgen, zum Leben in der Liebe Christi. Ich fing mehr und mehr an, in meinem Leben die Frucht des Geistes zu erfahren – Liebe, Freude, Friede.”
(aus John M. Drescher, “Frucht des Geistes”)

22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. 23 Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. 24 Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. 25 Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. 26 Laßt uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch einander beneiden!
(Galater 5,22-26)

Das Gesetz des Herrn erquickt die Seele. Die Gebote des Herrn erfreuen das Herz.

Psalm 19,8-9

Im Kontext noch schöner:

1Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David.

2Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk.

3Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis –

4ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme.

5Ihre Messschnur geht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache. In ihm hat er der Sonne ein Zelt gesetzt.

6Und sie, wie ein Bräutigam aus seinem Gemach tritt sie hervor; sie freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen.

7Am einen Ende des Himmels ist ihr Aufgang und ihr Umlauf bis zum anderen Ende, und nichts ist vor ihrer Glut verborgen.

8Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Einfältigen weise.

9Die Vorschriften des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es macht die Augen hell.

10Die Furcht des Herrn ist rein, sie besteht in Ewigkeit. Die Rechtsbestimmungen des Herrn sind Wahrheit, sie sind gerecht allesamt;

11sie, die begehrenswerter sind als Gold, ja viel gediegenes Gold, und süßer als Honig und Wabenhonig.

12Auch lässt sich dein Knecht durch sie warnen; in ihrer Befolgung liegt großer Lohn.

13Verirrungen – wer bemerkt sie? Von den verborgenen Sünden sprich mich frei!

14Auch von Übermütigen halte deinen Knecht zurück; sie sollen nicht über mich herrschen! Dann bin ich tadellos und bin rein von schwerem Vergehen.

15Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser!

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